Streckenführung
Vienna City Marathon

Sie wollen tauchen gehen?

Allerlei Fäden ...

Ich war beim Zahnarzt. Das erste Mal bei dieser Ärztin. Es war alles ok. Sehr freundlich, sehr professionell. Damit meine Mundwinkel nicht einreißen, cremte Sie mir die Lippen ein. Und dann passierte es, zack, bumm, ausgerutscht, der Bohrer steckt in meiner Wange. So schlimm, dass genäht werden musste. War keine Dramatik, aber doch ein bissl unangenehm, da ich ständig an den vorstehenden Enden des Fadens saugte und diese dadurch immer länger wurden.

In dieser „Wange – Faden“ Situation erhielt ich von Akemi eine Einladung zu einem Konzert in das Schönbrunner Schlosstheater. Ich wählte den klassischen schwarzen Hosenanzug mit Schnürl am Bund. Dieses Schnürl riss natürlich prompt ab, als ich die Wohnung verlassen wollte. In meiner Zeitnot wählte ich die Sicherheitsnadel Variante und stolzierte ins Schlosstheater. Ich traf viele Freunde, plauderte nett, als mich Akemi, die dieses Konzert veranstaltete, anrief.

Akemi ist Japanerin, lebt und hat seit cirka 26 Jahren Familie in Österreich, ist Musikerin, war im Staatsopern Ensemble, ist jetzt in Pension und hat eine Konzertagentur.

Sie wolle mich kurz sehen. Wir verabreden uns beim Buffet und sie drückt mir einen Zettel in die Hand und meint, komm in der Pause zu mir hinter die Bühne, ich sag Dir dann, wo Du nach der Pause auf die Bühne gehst und Du verliest diese Rede.

Na klar, ist ja ganz easy, so von mir nix, Dir nix japanische Namen auszusprechen. Es ging um eine Spendenaktion der japanischen Gäste, die Ihre Gaben überreichen wollten. Und außerdem war diese Rede von einem Japaner geschrieben worden, sodass es überhaupt nicht mit mir zusammenpasste. Ich hatte während der Vorstellung ca. 30 Minuten Zeit, um mich mit der Problematik auseinanderzusetzen, den Text zu ändern, die japanischen Namen zu lernen, meine Sicherheitsnadel an der Hose zu korrigieren und die Fäden in meinem Mund nicht noch länger werden zu lassen.

Doch es klappte alles wie am Schnürchen. Es hatten sogar noch alle Spaß, denn der Vertreter der Spender fand den Ausgang im Vorhang nicht und irrte, deutlich sichtbar, auf der hinteren Seite des Bühnenvorhanges herum. Akemi und alle  meine Freunde lobten mich, wie toll ich die Situation gemeistert habe ...