Streckenführung
Vienna City Marathon


Mein ZWEITER Halbmarathon

Ich hab es wieder getan! Ich hab mich angemeldet zu meinem 2. Halbmarathon in der Wachau! Nach langem Zögern, Überlegen, hin und her denken hab ich mich wieder angemeldet. Ich will es nochmals wissen! Eigentlich glaube ich, dass ich heuer nicht so gut trainiert wie im Vorjahr bin.  Aber ich will einfach nur durchkommen. Natürlich spekuliere ich mit einer guten Zeit, sprich schneller als im Vorjahr. Aber ich glaube, dass dies nicht zu erreichen ist. Die letzten Wochen trainiere ich nochmals wie wild drauflos. Ich laufe jede Intervalleinheit mit, ich wechsle sogar allein das Tempo. Ich tue doch einiges, um schneller zu werden. Unser Coach Helmut ist eigentlich zufrieden mit mir. Die letzten Einheiten läuft auch Riki mit, die schon viele Bewerbe gelaufen ist und auch in der Wachau den HM mitläuft. Auch die Schwester meines Cousins, Karin, läuft mit.

Endlich ist es so weit. Anna will mit dem Auto fahren und uns begleiten und empfangen, Thomas und ich laufen und Helmut will uns die ganze Strecke unterstützen. Am Tag vor dem großen Ereignis wird Helmut krank. Er hat eine fürchterliche Grippe. Ich sehe meine gute, oder halbwegs gute Zeit dahin schmelzen. Wenn mich Helmut nicht tritt und schimpft während des Laufens, bin ich sicherlich langsamer. Anna, Thomas und ich verabreden uns am Morgen bei Anna. Helmut steht plötzlich auch da. Er kann uns nicht alleine lassen. Wir freuen uns natürlich sehr und brechen auf nach Krems und dann weiter in die Wachau. Im Startbereich treffen wir Riki und auch Karin. Ich bin nicht mehr so nervös wie im Vorjahr. Aber doch! Helmut überlegt noch, die ganze Strecke mitzulaufen oder nur ein Stück. Riki, die Ärztin ist, meint lakonisch, „das schadet Dir nicht“. Also ist Helmut dabei.

Der Start ist da, es beginnt. Ich laufe los, treffe Helmut kurz nach dem Start, verliere Thomas, der pinkeln muss und finde eigentlich einen guten Rhythmus. Ich sehe den Schrittmacher, der auf seinem Luftballon die Zielzeit von 1 Stunde und 30 Minuten aufgemalt hat. Helmut meint, schau Dir den genau an, wir sind schneller. Dann habe ich schon 2 Minuten eingespart, gegenüber dem Vorjahr. Es geht mir lange sehr gut. Helmut betreut mich hervorragend. Er reicht mir zu trinken, er sagt die Zeit und er motiviert. Thomas setzt sich nach seiner Pinklerei ziemlich bald ab. Er ist einfach schneller als ich. Riki ist auch schon lange nicht mehr zu sehen, auch sie ist schneller. Nur Karin ist noch hinter mir.

Kurz vor Krems habe ich aber dann doch einen Einbruch. Erst beginne ich zu stöhnen, um Helmuts Mitleid zu erregen. Er aber dreht sich nur kurz nach mir um und meint, hör auf damit und lauf weiter. Als uns in Krems dann Toni aus dem AKH zuruft und applaudiert, schreit Helmut “wegen dem musst aber nicht stehenbleiben“. Ich will einige Schritte gehen, als eine Läuferin, die schon die gesamte Strecke neben mir herrennt, protestiert und meint, jetzt laufen wir schon so lange zusammen, jetzt kann ich doch nicht aufgeben oder Zeit verschenken. Ich will aber den Zieleinlauf bewusst und wach erleben und so ist es dann auch. Ich laufe bewusst und sehr stolz durch Krems und dann ins Ziel. Kurz vor der Ziellinie ist plötzlich Thomas da und schreit. Nach dem Ziel ist sofort Anna bei mir, umarmt mich und busselt mich wie wild ab. Sie ist glücklich, dass wir es alle geschafft haben. Auch ich bin sehr glücklich.

Leider regnet es doch schon eine ganze Weile, deshalb ist der Aufenthalt nach dem Ziel im Freien nicht gut möglich. Wir gehen, so wie alle, in die Mehrzweckhalle. Hier ziehen sich viele Läufer trockene Sachen an. Wir sehen sehr viele nackte Popscherl und Buckerl. Dann wandern wir gemeinsam zum Auto, wo wir eine Flasche Sekt köpfen und uns zuprosten. Im Auto dann rufe ich Rainhard an, er soll im Internet unsere Zeiten nachschauen. Er tut es auch und HURRA!!! Ich bin um 6 SECHS Minuten schneller gewesen als im Vorjahr. Es war wieder ein ganz tolles Erlebnis. Und ich tu es sicher wieder!!!!