Streckenführung
Vienna City Marathon

Laos

Im Dezember 2006 sitzen Evi, Wolfgang, Rainhard und ich zusammen. Irgendjemand fragt, sagt, wart Ihr schon in Laos? Es soll dort sehr schön sein. Na ja, dann fahr ma halt zusammen hin.

Im Dezember 2007 ist es so weit. Wir entscheiden uns für die Variante "dekadente Backpacker", buchen unsere Flüge und suchen im Internet einen Autovermieter.
Nach einigen Überlegungen fliegen wir nach Udon Thani, in Thailand, übernachten dort im Charoensri Grand Royal Hotel und werden am nächsten Tag vom Autovermieter abgeholt und über die Grenze nach Vientiane gebracht.

In Thailand ist Linksverkehr, in Laos fährt man rechts. Ich bin sehr gespannt, wie das an der Grenze gelöst ist. Ganz einfach, unmittelbar nach der Grenze ist eine Ampel installiert, man fährt am linken Fahrbahnrand zu dieser Ampel, bei Grün fährt man ,durch Verwindungen geführt, weiter und landet nach der Ampel am rechten Fahrbahnstreifen und es geht ganz normal rechts weiter. Toll und beeindruckend.
In Vientiane übernehmen wir dann unser Auto. Es ist ein Ford mit Vierradantrieb. Wir erhalten im Office des Vermieters auch eine Strassen karte von Laos und eine von Vientiane. Die von Vientiane erweist sich als sehr praktisch und auch brauchbar. Wir fahren zum Inter City Hotel, stellen das Auto ab und machen uns zu Fuß auf Entdeckungstour. Das Hotel liegt direkt am Mekong und kostet, so wie die folgenden Hotels, ca. € 20,00. Wir spazieren den Mekong ein Stück hinauf und hinunter und besichtigen anschließend den Tempel Wat Ong Teu, dann das Wat Haisok, Wat Nixai und das Wat Chang.
Die Tempel hier in Laos unterscheiden sich doch von denen in Thailand und auch von denen in Burma. Burmesische Tempelanlagen sind voller Prunk und Glitzer, Thailändische haben eine etwas andere Linienführung bei den Dächern. Hier scheinen die Tempelanlagen einfacher zu sein.

Zum Abendessen wählen wir eine kleine Garküche direkt am Mekong. Der Fluss ist schon gewaltig, obwohl er derzeit wenig Wasser führt. Die Garküchen bieten hier alles Mögliche an. Wir sehen lebende Fische aus dem Mekong, die aber schon sehr wackeln und Frösche, die riesengroß übereinander im Kübel hocken und darauf warten, dass sich jemand diese Spezialität bestellt. Wir fotografieren sie nur und bestellen Huhn und Reis. Die Getränke sind sehr billig, wir bezahlen für Lao Beer oder Cola € 0,50.
Am nächsten Morgen fahren wir zuerst in Vientiane zum Morgenmarkt, dann weiter zum Siegestor Patuxai, das  dem Pariser Triumphbogen nachgebaut ist, allerdings mit vielen asiatischen Einflüssen. Wir besichtigen natürlich auch noch das Wat That Luang, welches wirklich zauberhaft und märchenhaft anzuschauen ist.
Dann geht die Fahrt raus aus Vientiane, Richtung Stausee Nam Ngum. Erst erwischen wir die falsche Strasse, es gibt eh nur zwei, aber wir wollen erst einmal die falsche probieren. Hier erweist sich unsere Straßenkarte von Laos schon als unzuverlässig. Nach einigen Kilometern drehen wir um und starten in die richtige Richtung. Wir erreichen den Stausee und essen, wieder direkt am Wasser recht gut. Allerdings können wir uns nur mit einigen thailändischen Brocken verständigen, da die Mädchen nur Lao sprechen. Und auch keinen Umgang mit Touristen gewöhnt sind, deshalb auch keine Zeichensprache beherrschen. Wir können beobachten, wie die Einheimischen zurückhaltend sind. Wenn sie merken, dass man Ihnen freundlich gesonnen ist, dann lächeln sie und sind sehr bemüht.
Danach wird’s richtig grimmig. Unsere Straßenkarte zeigt nach links, hier endet aber die Strasse. Wir versuchen zu fragen, ist aber durch die Sprachbarriere unmöglich. Nach einigen Versuchen in alle Richtungen, finden wir ein Ressort, in dem man doch englisch spricht. Hier werden wir wieder auf den Weg gebracht.
Wir sehen hier auch ein Straßenschild, das brechende Menschen zeigt. Nach vielen Kilometern wissen wir, warum.
Die Strasse führt immer wieder die Berge rauf und runter.
In Vang Vieng wollen wir übernachten. Aber, wir sind auch schon wieder vorbei. Das war Vang Vieng. Wir finden 7 km danach das entzückende Phatham Ressort mit Einzelbungalows und hier mieten wir uns für die Nacht ein. Das Ressort liegt am Fluss Nam Xong und wir haben ein hervorragendes Dinner auf der Terrasse über dem Wasser. Aber es wird furchtbar kalt. Die Temperaturen sinken hier schon nach Sonnenuntergang auf ca. 5 Grad. Wir ziehen alles an, was wir haben und harren aus. Es ist eine traumhafte Stimmung, wir sind die einzigen Gäste.
Leider gibt’s im Bungalow nur kaltes Wasser. Die Morgendusche verweigere ich einfach. Rainhard ist tapfer und brüllt unter der kalten Dusche wir am Spieß. Der Morgennebel hängt tief ins Tal  herab und es immer noch bitterkalt.
Nach dem Frühstück geht’s weiter, wir wollen heute bis ins Tal der Tonkrüge, nach Phonsavan, fahren. Hier haben wir nur eine einzige Strasse zur Verfügung, somit können wir uns auch nicht verfahren und sind bald umgeben von einer Landschaft, die man sich gar nicht vorstellen kann. Die Strasse führt über Berge, ca. 2000 m ,ab und zu stehen einige Hütten am Straßenrand, ansonst nur grüne Berge, die wir rauf und runter fahren. Durch die extrem hügelige Strasse verändert sich das Landschaftsbild sehr rasch. Hier wissen wir dann auch, was das Straßenschild vor Vang Vieng bedeutet. Hier kann einem sehr schnell ganz übel werden.
Wir erreichen Phonsavan und finden uns schon wieder nicht zurecht. Kein Hinweisschild zu den Tonkrügen, den Thong Hai Hin, oder Plain of Jars. Aber hier gibt es eine Touristinformation. Evi und ich gehen hinein, um nach dem Weg zu fragen. Man feiert gerade die Eröffnung des großen Büros und wir werden sofort eingeladen, mitzutanzen und mitzutrinken. Als wir unsere wartenden Männer im Auto erwähnen, erhalten wir die gewünschte Auskunft und werden großartig verabschiedet.


Das Tal der Tonkrüge, wir fahren natürlich einmal dran vorbei, ist ein Riesenareal, in dem verstreut die Riesenkrüge herumliegen. Einige sind noch ganz, von einigen ist nur noch ein kleiner Teil vorhanden. Die Gefäße sind 4000 Jahre alt und das Tal heißt Tal der Tonkrüge, allerdings sind die Krüge nicht aus Ton, sondern aus einem Zementgemisch, und eigentlich war Zement zu dieser Zeit noch nicht bekannt. Sehr spannend also, was das wohl gewesen sein mag und wer es wohl erzeugte, haben die Teile ja auch ein Gewicht bis zu ein paar Tonnen. Der Zweck dieser großen Krüge ist auch nicht ganz klar. Spekulationen reichen von Lebensmittelaufbewahrungsboxen über Wassertanks bis zu Bestattungsurnen. Wir stapfen auf den vorgegebenen Wegen herum. Überall die Hinweise, die gezeichneten Wege nicht zu verlassen, da noch Tellerminen herumliegen.

Im Zentrum finden dann das Hotel Chittavanh. Gleich daneben ist ein Markt. Rainhard und ich gehen hin, sind von den farbenprächtigen Trachten, die hier genäht werden, angetan. Allerdings werden auch Lebensmittel verkauft. Unter anderem auch eine lebende Ziege, die vor Ort geschlachtet wird. Ihr herzerbarmendes Geschrei hören wir noch sehr lange, bis es plötzlich verstummt.
Zum Abendessen wählen wir eine der Garküchen an der Strasse. Wir bestellen sieben verschiedene Speisen, die auch recht gut sind, bis auf eine. Wir diskutieren und überlegen, was das sein könnte. An Hand der Knochen und der Farbe des Fleisches glauben wir, es handelt sich um Ratten. Wir essen weißen Reis und sonst nix.
Am Morgen wieder ein unglaublicher Sonnenaufgang. Das Städtchen liegt im Morgennebel eingebettet.
Wir wollen heute bis Luang Prabang , der alten Königsstadt fahren. Wieder viele Stunden durch tolle, imposante Landschaft, Berge rauf und runter. Einige Einheimische, Schweine und Wasserbüffel.
Am Nachmittag erreichen wir Luang Prabang. Das ist eine entzückende Stadt, mit unvorstellbarem Flair. Man meint, man ist in eine andere Zeit versetzt.
Wir suchen uns eine Unterkunft am Mekong, im Luang Prabang Rever Lodge. Wir schlendern den Mekong entlang, hier gibt es sehr viel zu sehen. Hier spielt sich das Leben am und im Mekong ab. Abendessen natürlich wieder am Wasser. Rainhard und ich besichtigen noch den Tempel Phone Xay und den Markt. Hier werden Stoffe angeboten, dass mir ganz schwindlig wird. Einer schöner als der andere. Unglaubliche Handarbeiten. Das Abendessen am Mekong muss noch ein wenig warten, ich hab noch nicht alle Stoffe gesehen. Der Sonnenuntergang am Mekong lässt alles andere vergessen. Nimmt man alle kitschigen Aufnahmen, die man schon gesehen hat, hier ist es noch schöner.
Am Morgen wieder bitter kalt, wir frühstücken im Freien mit Jacken, Pullover und Hauberl. Heute wollen wir den Einheimischen Markt Ban Phanom besuchen. Hier soll man die schönsten Stoffe aus Laos sehen. Wir machen uns auf den Weg, fahren zu weit, fahren zurück, wieder zu weit, ich frage, wir haben die richtige Strasse, als die zu Ende ist, drehen wir um und ich frage nochmals. Wir stehen unmittelbar davor. Hier sieht man, wir Seide gewonnen wird, wie gesponnen wird, wir alle Handarbeiten zustande kommen. Es ist sehr interessant, zu sehen, wie aus der Seidenraupe ein tolles Seidentuch wird. Danach ist der Besuch des Königstempels und des Museums angesagt. Hier ist soviel Prunk vorhanden, dass es blendet. Die Geschichte der Laoten ist sehr anschaulich dargestellt. Dann besuchen wir noch das Wat Nong Sikhounmuang.

Und dann ist einkaufen angesagt. Wir kriegen alle einen Kaufrausch. Es werden Stoffe gekauft und noch ein Tuch und  noch ein Schal und noch….Sogar Rainhard ist angesteckt.
Dann machen wir die unbedingt erforderliche Mekongfahrt bei Sonnenuntergang. Gestern Abend haben wir schon einen tollen Sonnenuntergang gesehen, aber heute, am Wasser, das ist unbegreiflich.
Wir beobachten die Sonne, wie sie hinter den Bergen verschwindet. Und sofort ist es auch wieder bitter kalt.
Der zweite Morgen in Luang Prabang. Wir werden mit Trommeln  um 4 Uhr morgens geweckt. Es ist dies der Aufbruch der Mönche, die jetzt durch die Stadt ziehen und betteln.
Wir frühstücken wieder vermummt im Freien und fahren dann nach Vang Vieng.
Heute verfahren wir uns nicht und erreichen am Nachmittag Vang Vieng.
Wir biegen ins Städtchen ab und suchen Übernachtungsmöglichkeit . Nach einigen Absagen finden wir wieder ganz reizende Bungalows, Thavonsouk, am Xong River. Hier führt auch eine Brücke über den Fluss, die ist aber schon sehr gebrechlich, deshalb wählen alle Fußgänger, Autos und Zugmaschinen den Weg durch das Wasser. Manchmal geht einer vor, um die Untiefen auszuloten, aber es geht immer gut. Alle gelangen ans andere Ufer. Wir bleiben im Ressort und essen gleich hier.
Am Morgen frühstücken wir im Ort, herrliches weißes Stangenbrot und Kaffee. Unser letzter Tag führt uns zurück nach Vientiane und dann weiter nach Udon Thani zum Rückflug nach Phuket. Die Strasse nach Vientiane ist von herrlichen Bergen und Reisfeldern gesäumt. Am Straßenrand sehen wir Kinder arbeiten. Wir stoppen um zu fotografieren. Plötzlich sind wir von vielen Kindern und auch Erwachsenen umringt. Wir dürfen viele Fotos machen und revanchieren uns mit Zuckerl, die freudig angenommen werden.
Wir ereichen Vientiane so zeitig, dass wir noch einmal zum Mekong runtergehen, um „Auf Wiedersehen“ zu sagen. Das Taxi bringt uns zum Flughafen Udon Thani und kurz nach Mitternacht sind wir wieder in Khao Lak. Eine unvergessliche, tolle Reise.

Wir sind insgesamt 1.300 km gefahren, haben dafür Sprit um € 117,00 gebraucht.

Bilder dazu hier!