Streckenführung
Vienna City Marathon

Liebe Mädels, liebe Freundinnen!
Das Geheimrezept lautet: LAUFEN!!!!!
Man verliert Kalorien, Fettpölsterchen! Man gewinnt Kondition! Der Kopf wird frei!
Die Haut bleibt das ganze Jahr über leicht gebräunt!
Es gibt todschicke Laufbekleidung!

Und man kann Schuhe kaufen!

Wie kam ich zum Laufen ...

Mein erster Versuch zu laufen, abgesehen von meinen kindlichen Erfahrungen im Alter von 2 Jahren, spielten sich vor etwa 25 Jahren ab. Damals beschloss mein damaliger (Betonung auf damaliger) Mann, zu laufen. Ich versuchte, mitzuhalten, er wollte aber lieber mit seiner Freundin laufen gehen, als mit mir. Somit kam ich zu dem Schluss, laufen ist nix für mich! Darauf, dass es nicht am Laufen sondern am Mann liegen koennte, kam ich erst viel spaeter.

Einige Jahre danach lernte ich Eva kennen. Eva lief damals sehr viel und war sehr sportlich und ehrgeizig. Ich spielte mit ihr Tennis. Eva lief um jeden Ball, ich überlegte immer zuerst, ob es sich lohnt, einige Schritte zu machen. Aber Evas Ehrgeiz spornte mich an. Nach einem Match erzählte sie mir von ihren Lauferfahrungen. Auf meinen Einwand, das kann ich nicht, erwiderte sie, jeder kann laufen. Tempo und Pulsfrequenz bestimmt jeder selbst individuell. Sie gab mir den Rat, so zu laufen, dass man immer noch verständlich dabei sprechen kann. Also befolgte ich den Rat und begann zu laufen. Ich lief einfach von der Wohnung weg und suchte mir verschiedene Runden aus. Je nach Zeit und Befindlichkeit. Sehr bald merkte ich, dass ich mich nach dem Laufen viel wohler fühlte. Und dass mir die Runden sehr bald zu kurz wurden. Wenn ich keinen so guten Tag hatte, so legte ich einfach Gehminuten ein. Ich erkannte auch, dass ich sehr viel Stress und Ärger mit Laufen abbauen konnte.

Der Ehrgeiz hat mit gepackt ...

Meine Nachbarin, Frau Kaktus - sie züchtet in Ihrem Garten wunderschöne Kakteen - läuft auch sehr viel. Wenn wir uns darüber unterhielten, war ich voller Ehrfurcht, wie viele km diese Frau laufen kann. Meine Strecken waren ihr immer viel zu kurz. So lief ich einige Jahre vor mich hin. Ich war glücklich, wenn ich mit meiner Runde geschwind fertig war und es ging mir dabei sehr gut.
Dann begann ich einen Sommer lang mit meiner Freundin Ilse mit Nordic Walken. Wir wackelten im Wienerwald herum. Sehr oft, wenn ich viel um die Ohren hatte, marschierte ich so rasch los, dass Ilse schrie: brrrrrrrrrr. Wie bei einem Pferderl. Aber es machte Spaß und erhöhte deutlich die Kondition.
Dann fragte mich Elfriede, ob ich denn eine Staffel für den Vienna City Marathon sponsern könne. Nachdem ich Elfriede sehr gerne mag und sie außerdem noch eine gute Kundin von mir ist, war dieses Ansinnen kein Problem. Allerdings schob Elfriede gleich die zweite Bitte nach, ein Läufer fehlt zur kompletten Staffel, ob ich nicht diesen Part übernehmen könne. Ich fühlte mich körperlich wohl, spielte Tennis, ging Nordic walken, ein bissi laufen und ganz gut wandern. Also war ich der Meinung, 5 km wären schon zu schaffen. Außerdem war erst November und der Marathon findet Anfang Mai statt.
Elfriede meinte noch, wir sollten aber jetzt gemeinsam trainieren. Am Montag abend im Prater. Also kam ich am nächsten Montag mit meinen normalen Sportschuhen zum Laufen in den Prater. Elfriede und ihr Mann Siegfried kamen perfekt ausgestattet und wir liefen los. Ich glaubte, zeigen zu müssen, was ich draufhab und bin einfach losgerannt. Nur mit Elfriede und Siegfried ist schwer mithalten. Beide laufen schon seit vielen Jahren und haben Unmengen von km in den Beinen. Ich kapitulierte auch schon bald! Aber Elfriede kennt keinen Schmerz! Sie animierte mich, lief mit mir ganz langsam und sprach immer mit mir, wie toll ich das mache und wir toll ich das kann. Auch Siegfried schloss sich diesen Lobeshymnen an. Man sehe natürlich sofort, dass ich bereits eine Bombenkondition habe und sehr sportlich unterwegs sei. Wir schafften über 8 km. Bitte nicht nach der Zeit fragen. Und meine Pulsfrequenz lag fast immer um die 160. Am nächsten Tag konnte ich mich nicht bewegen. Mir tat einfach alles weh. Dann fuhr ich nach Kärnten zu einem Meeting. Ich hatte bereits den Kollegen erzählt, dass ich jetzt laufe. Also musste ich auch die Schuhe einpacken und ich startete vor dem Meeting am Morgen meine kleine Runde. Die Schmerzen waren fast unerträglich. Am gesamten Körper. Ich glaube, es gab keine Faser, die mir nicht weh tat. Aber alle warteten gespannt, ob ich auch tatsächlich die angekündigte Laufrunde absolvieren würde. Wieder zu Hause angekommen, beschloss ich, mir ordentliche Laufschuhe zu kaufen, Uns siehe da, plötzlich ging es viel besser. Erstens kaufte ich mir todschicke Schuhe, aber es lief sich mit dem speziellen Schuh wirklich viel besser. Ich hatte keine Schmerzen mehr. Es tat kein Knie und keine Hüfte mehr weh. Der Montagabend im Prater wurde zum Fixtermin. Dann kaufte ich mir noch schicke Kleidung und es ging nochmals besser. Elfriede bewies eine unendliche Engelsgeduld mit mir. Immer wenn meine Herzfrequenz an die 160 kam, blieb ich einfach stehen und wartet die Reduzierung auf mindest 145 ab. Dann lief ich weiter. Elfriede sprach viel mit mir und brachte mich dazu, zu versuchen, einfach eine Stunde durchzulaufen. Außer Montag versuchte ich noch 2 – 3 x pro Woche zu laufen. Ich lief einfach mit der Uhr in der Hand ein halbe Stunde, dann drehte ich um und lief zurück.

"Sie wollen laufen? .... hahhhh!!!!!

Aber ich bin ein Gürtel-Hosenträger-Typ und wollte auch das ärztliche OK für meine Aktivitäten. Ich suchte mir aus dem Telefonbuch einen Sportarzt in der Nähe , vereinbarte einen  Termin und ging voller Erwartungen hin. Der gute Doktor sprach erst nur von meinem Vorhaben, die Staffel beim Wien Marathon zu laufen. Aber überhaupt nicht positiv. Er meinte, dies könne sicherlich nicht meine Idee gewesen sein, jemand habe mich dazu überredet. Dann  musste ich auf Laufband. Dieses stand auf einem kleinen Balkon. Ich starrte die gegenüberliegende Wand an und rannte. Bald war meine Frequenz bei über 160 angelangt. Der gute Doktor, er war zwischenzeitig verschollen, meinte nur, ich solle mich nicht aufregen, er hat ohnedies einen Defibrillator hier, den er jederzeit einsetzen kann. Dann klebte er mir noch die Frequenzanzeige zu, sodass´ich nicht mehr erkennen konnte, in welchem Bereich ich mich bewege.
Bei der Abschlußbesprechung demoralisierte er mich komplett. Er meinte, ich solle in Zukunft vielleicht ein bissi gehen, um etwas Kondition zu bekommen. Meine Leistungen lägen weit unter meinen Möglichkeiten. Ich wäre ein hochgradiger Anwärter für Herz-Kreislauferkrankungen: Dafür bezahlte ich noch über € 60,--. Am Nachhauseweg erwog ich einen Umweg zum Institut Bständig, um mir eine Gehhilfe zu besorgen. Nach zwei depressiven Tagen, zog ich wieder meine Laufschuhe an und rannte weiter.

Ja, ich will laufen ... und zwar den Marathon!

Zwischenzeitlich erhöhte sich unsere Montagabendrunde um Anna und Helmut. Beide hervorragende Läufer. Ich war immer noch die langsamste. Das lies mir aber keine Ruhe und ich investierte nochmals in einen Sportarzt, diesmal in Frau Dr. Rabensteiner.
Bei diesem Termin lief alles ganz anders. Frau Dr. Rabensteiner hörte sich geduldig an, was ich wollte: Die Staffel beim Wien-Marathon und mit meinen Freunden mithalten. Sie erstellte mir einen genauen Trainingsplan und fixierte auch meine zu erwartende Leistungen bei diesem Trainingsumfang. Ich war voller Eifer dabei und hielt auch die Trainingseinheiten ein. Den Dezember und Jänner verbrachte ich in Thailand. Natürlich mit meinen Laufschuhen. Ich lief am Strand , beobachtete meine Pulksfrequenz und die Dauer meines Trainings.
Es ging mir immer besser dabei. Ich fühle mich einfach wohl. So erlief ich mir kontinuierlich eine Ausdauer, eine Kondition und habe immer noch sehr viel Freude am Laufen. Mit meinen Freunden kann ich zwischenzeitlich schon sehr gut mithalten.

... and I did it!

Beim letzten Marathon lief ich den Zieleinlauf, das war ein tolles Erlebnis. Ich hatte das Gefühl, alle Zuschauer waren nur für mich ganz alleine da und jubelten nur mir zu. Auch wenn jemand schrie: “Karli!!! Renn!!! Du schaffst es!!!“ glaubte ich, auch diese Anfeuerung galt mir.Heute kann ich mir ein Leben ohne Laufen nicht mehr vorstellen. Wenn ich zwei oder drei Tage nicht zum laufen komme, werde ich bereits unrund. Es fehlt mir.
Außerdem hat sich durch das kontinuierliche Laufen meine Figur verändert. Und das gefällt mir sehr!!!!