Streckenführung
Vienna City Marathon

Sie wollen tauchen gehen?

Medica Düsseldorf November 2004

Eine Dienstreise zur Medica nach Düsseldorf ist geplant. Drei Mädels sollen fliegen. Susanne, Elfriede und ich. Aber leider hatte Elfriede einige Tage vor Abflug einen tragischen Todesfall in Ihrem Team und musste die Teilnahme an Düsseldorf absagen. Susanne und ich waren traurig, aber wir hatten schon eine Lösung bereit. Gabi musste mitkommen. Die freut sich sicherlich. Und so war es dann auch. Alle waren zufrieden. Nur das Flugticket konnte ich nicht mehr umschreiben lassen. Aber innerhalb der EU ganz sicherlich kein Problem. Dachte ich!

Wir treffen uns im AKH und fahren noch ins AMBIENTE zum Essen. Es ist ein Abendflug und wir rechnen damit, an diesem Tag nix mehr zu Essen zu bekommen. Das Abendessen im Ambiente ist wie immer sehr gut und ausreichend. Ich entscheide, mein Auto hier stehen zu lassen. Ich erspare mir die teure Parkgebühr am Flughafen und die mühsame Parkplatzsuche. Thomas holt uns dann bei der Heimreise vom Flughafen ab und bringt uns ins Ambiente zu meinem Auto. Ich organisiere ein Taxi zum Flughafen. Es kommt ein toller junger Mann. Er schupft unsere Trollis ins Auto und wartet nur auf einen auffordernden Blick von Gabi, um seine Lebensgeschichte zu erzählen. Gabi meint, ein normaler Taxifahrer hätte es auch getan, es musste nicht gleich Jonny Depp sein.
Vorm Flughafenschalter fragt Susanne in meine Richtung, ob wir jetzt Gabi wegschicken sollen. Sie kennt die Problematik des nicht umgeschriebenen Tickets. Gabi schaut verwundert und ich zucke mit der Schulter. Alle drei stehen vor dem Schalter. Ich reiche drei Tickets hinüber und Susanne schiebt die Flockis auf Laufband. Die junge Dame am Schalter nimmt die Ticket entgegen und fordert uns auf, die Reisepässe vorzuzeigen. Susanne und ich rühren uns nicht, aber …. Gabi knallt mit Bestimmtheit Ihren Reisepass aufs Pult. Die Dame nimmt ihn entgegen und ist verwundert: Leider kann ich Sie, Frau Janek nicht finden. Ich habe nur eine Frau Ettl-Schmidtbauer, eine Frau Danner und eine Frau Hutter hier. Ach ja, eine Frau Scholze gibt’s auch noch. Wer ist jetzt Frau Hutter?? Wir!!! Susanne und ich. Und Frau Danner???? Ist noch nicht da!!! Aber wem gehört jetzt dieser Koffer??? Frau Scholze! Wo ist das Ticket von Frau Janek???? Ich kann Sie nicht einchecken! Der Kollege in der Firma hat die Buchungen übernommen. Was der wohl gemacht hat?? Wir werden telefonieren. Aber bitte zuerst unsere Koffer einchecken und die drei Bordkarten. Dann kommen wir wieder. Die junge Dame am Schalter weiß nicht mehr, wir sie heißt und welcher Wochentag ist. Aber wir haben unsere Koffer los und unsere drei Bordkarten. Juchuuuuu! Frau Scholze wird noch gewarnt, von nichts zu wissen. Ihre Papiere sind auch OK.
Der Flug und die Ankunft in Düsseldorf sind einfach und problemlos. Wir sind im Novotel Süd untergebracht.
Nächsten Morgen fahren wir mit dem Bus und anschließend mit der U-Bahn zur Medica. Gabi übernimmt es, die Fahrkarten beim Buschauffeur zu kaufen. Dieser sagt immer nur (undeutlich) den Preis für eine Karte. Gabi beharrt, drei zu wollen. Er müsste doch wissen, wie viel der Fahrpreis mal drei ausmacht. Aber  nix zu machen. Gabi bezahlt dreimal den Einzelfahrpreis. Diese Aktion dauert doch einige Minuten und der Bus steht. Die Fahrgäste werden schon unruhig, aber der gute Mann ist nicht zu bewegen, den Fahrpreis mal drei zu multiplizieren.
Der erste Tag auf der Medica ist sehr interessant, aber auch sehr anstrengend.
Nach der Medica nehmen wir wieder die U-Bahn Richtung Hotel und steigen in der Altstadt aus, um ein Lokal zum Essen zu suchen. In  der U-Bahn hält sich ein Fremdling so sehr an meinem Mantel fest, dass ich fast ausgezogen bin.
Alle Lokale sind restlos überfüllt. Wir finden noch ein Steakhaus mit leeren Tischen, stürzen hinein und bestellen. Susanne wählt Lungenbraten mit Salat. Der Lungenbraten ist kalt und wird in der Mikrowelle aufgewärmt. Nach dreimaligem Urgieren endlich der Salat. Susannes Fleisch ist zäh und flachsig. Beim Bezahlen reklamiere ich nochmals die unzureichende Fleischqualität. Worauf die Bedienung mir sagt, mit diesem Fleisch könne man nichts Besseres machen. Auch gut! Susanne meint, so hat jeder von uns sein eigenes Problem. Gabi den Busfahrer, ich den Mantelhalter und sie, Susanne habe ihres halt auf dem Teller gehabt.

Tag zwei Medica unauffällig und anstrengend.
Bei der Heimreise entdecken wir eine Pizzeria und stürmen hinein. Aperitif ist leider keiner zu haben, aber Bier gibt’s. Im Hotel beschließen wir uns noch einen Absacker zu gönnen. Gabi ist ganz glücklich, auf der Getränkekarte ihren Lieblingswein zu entdecken und bestellt diesen auch gleich. Susanne und ich wählen einen Cocktail. Gabis Wein entpuppt sich als ganz anders als erwartet, aber unsere Cocktails sind OK. Gabi verabschiedet sich und geht aufs Zimmer. Susanne und ich möchten noch einmal das gleiche Getränk. Zwischenzeitlich hat die Besetzung der Hotelbar gewechselt und ein junger Mann nimmt unsere Bestellung entgegen. Zuerst sucht er lange das Rezeptbuch, dann erstreckt sich seine Suche auf die benötigen Flaschen und Zutaten. Er verschwindet auch wieder und telefoniert dazwischen. Susanne sagt ihm schon an, in welcher Lade er die benötigten Ingredienzien findet. Ich biete an, ein anderes Getränk zu servieren. Es wäre uns egal. Der junge Mann meint nur ganz vertraulich, ist egal, er macht heute alles zum ersten Mal. Als er aber statt flüssigem Schlagobers geschlagenes Obers in den Messbecher füllt und dann nicht mehr herausbekommt, fallen Susanne und ich vor lauter Lachen fast vom Barhocker. Endlich ist es geschafft, wir sind voller Erwartung, die Getränke sind fertig, wir erwarten, dass er uns diese jetzt endlich reicht, wir lecken uns schon die Lippen. Er nimmt beide gefüllten Gläser in die Hand, geht zum Spülbecken und taucht beide bis über den Stiel ins Wasser, weil er so gekleckert hat.
Dann möchte er noch wissen, wie er schmeckt. Dieser Cocktail schaut ganz anders als der vorige aus, schmeckt auch ganz anders, aber sehr gut. Wir loben den Jüngling dafür.

In der Nacht dann plötzlich fürchterlicher Lärm vor meiner Zimmertüre. Zuerst dachte ich, eine kleine Party oder sehr lustige Gäste kommen zurück. Aber dann ein Geschrei und Gekreische, eine Zimmertür sei eingetreten worden, eine Frau schreit, greif mich nicht an! Eine Männerstimme erzürnt, ich ziehe aus! Der Nachtportier fürchtet sich, Gabi geht nachschauen und findet einen vollen Gang vor. Aus allen Stockwerken haben sich bereits Gäste eingefunden um zu schlichten. Wir wissen leider nicht ganz genau, was jetzt tatsächlich passiert ist, aber am nächsten Morgen beim Frühstück kommt die Polizei und nimmt ein Pärchen mit.
Der letzt Tag in Düsseldorf mit Bummeln und Einkaufen ist sehr nett und erholsam.
Der Rückflug wieder ohne Zwischenfälle, bis auf die Frage nach Frau Hutter beim Einchecken. Aber Susanne und ich sind bereits Profis und antworten gar nicht.
Am Abflugsgate gibt’s eine Teebar zur Selbstbedienung. So vergehen auch die letzten Minuten sehr rasch.
Ich hoffe, Ihr hattet genau soviel Spaß und Freude wie ich.
Liebe Susanne, liebe Gabi, ich wünsche mir auch noch viele gemeinsame Erlebnisse mit Euch!